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April 2006
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Contents
⢠Tagesgeschehen
⢠Siehe auch
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Tagesgeschehen
Samstag, 1. April 2006
⢠Orbit: Brasiliens erster Astronaut Marcos Pontes erreicht um 9.00 Uhr nach zweitägigem Flug in einem Sojus-Raumschiff die Internationale Raumstation.cite-ref-1[1]
Sonntag, 2. April 2006
⢠Bangkok/Thailand: Zu den Parlamentswahlen haben alle drei Oppositionsparteien einen Wahlboykott angekßndigt; siehe auch 3. April.cite-ref-2[2]
⢠Mitteleuropa: Das durch die plĂśtzliche Schneeschmelze verursachte Hochwasser nimmt in vielen Gebieten Mitteleuropas grĂśĂere AusmaĂe an; bis jetzt sind 7 Todesopfer zu beklagen. In der Tschechischen Republik ist der Oberlauf der March im Umkreis von OlmĂźtz betroffen, in NiederĂśsterreich ist ein tagelang durchnässter Damm bei DĂźrnkrut am Brechen. Zwischen BĂśhmen und Dresden ist der Wasserstand der Elbe stellenweise um 6 Meter hĂśher als normal (8,5 statt 2 m). In Ungarn sind weite Gebiete an der Donau Ăźberschwemmt, auch im Bereich von Budapest.
⢠Murray Hill/Vereinigte Staaten: Der Hersteller von Systemen und Geräten fßr die Telekommunikation Alcatel SA wird laut heutiger Mitteilung seines Konkurrenten Lucent Technologies Corp. 60 % der Aktien von Lucent erwerben. Der Name der neuen Firma, die in Frankreich ansässig sein und eine Marktkapitalisierung von 30 Milliarden Euro haben wird, ist noch nicht bekannt.cite-ref-3[3]
⢠Ăsterreich: in der Affäre um die BAWAG P.S.K. tauchen Meldungen auf, die Bank bzw. der Gewerkschaftsbund ĂGB hätten illegal die SPĂ finanziert. Deren Generalsekretär Darabos verneint die Beschuldigungen. Laut dem Experten Hubert Sickinger findet jedenfalls eine UnterstĂźtzung von Vorfeldorganisationen beider GroĂparteien durch Kammern und Verbände statt.
⢠Vatikanstadt: In einer Serie von Gedenkveranstaltungen wird der vor einem Jahr verstorbene Papst Johannes Paul II. gewßrdigt. Allein auf dem Petersplatz versammelten sich Hunderttausende Gläubige. Wie gemeldet, wird zur Todesstunde als emotionaler Abschluss der Gedenkveranstaltungen eine Nachtwache auf dem Platz abgehalten.
⢠Warschau/Polen: Zigtausende strĂśmen in Polens Hauptstadt auf den PiĹsudski-Platz, um ihren inoffiziellen Nationalheiligen zu ehren. Auf diesem Platz begann Johannes Paul II. seinen historischen Polenbesuch 1979. Um 21.37 Uhr (zur Todesstunde vor einem Jahr) läuten fĂźr 3 Minuten die Kirchenglocken Warschaus und vieler anderer Städte. Des neuen Papsts Benedikt XVI. GruĂbotschaft wird live aus der Vatikanstadt Ăźbertragen. Auch in der sĂźdpolnischen Heimat von Johannes Paul II. sowie vielen Städten weltweit wird des langjährigen Papstes gedacht.cite-ref-4[4]
⢠Wien/Ăsterreich: Der belarussische OppositionsfĂźhrer Aljaksandr Milinkewitsch trifft zu Beratungen mit dem derzeitigen Präsidenten des Rats der Europäischen Union Wolfgang SchĂźssel zusammen, um politische Auswege nach der gefälschten Präsidentschaftswahl zu erĂśrtern.
⢠Wien/Ăsterreich: Die Gespräche Ăźber die politische Zukunft der serbischen Provinz Kosovo bringen keine Fortschritte. Nach wie vor wollen die Albaner einen eigenen Staat und die Serben lehnen dies grundsätzlich ab.
Montag, 3. April 2006
⢠Afghanistan: Die StaatsfĂźhrung versichert anlässlich des Gerichtsverfahrens gegen den Christen Abdul Rahman, dass eine Neuordnung der gesetzlichen Vorgangsweise bei moslemischen Konvertiten im Gange ist. Im Jahr 2002 war in die afghanische Rechtsordnung wieder die Scharia eingefĂźhrt worden.cite-ref-5[5] FĂźr die von Menschenrechts-Gruppen geforderte Ănderungen im Grundgesetz sei es aber noch zu frĂźh.
⢠Frankfurt am Main/Deutschland: Der Aktienindex DAX fĂźr die 30 grĂśĂten an der BĂśrse Frankfurt gelisteten Unternehmen erreicht erstmals seit 2001 wieder einen Schlussstand oberhalb der Marke von 6.000 Punkten. GegenĂźber dem bisherigen Bestwert im Tagesverlauf des 7. März 2000 mit 8.136 Punkten verbleibt nur noch ein Verlust des Index von rund 25 %. Im Jahr 2003 waren es noch rund 72 %.cite-ref-6[6]
⢠Freetown/Sierra Leone: In Freetown beginnt der Prozess gegen Charles Taylor, einst Diktator in Liberia, vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal mit der Verlesung der Anklage.
⢠Ăsterreich, Slowakei, Ungarn: Die durch die plĂśtzliche Schneeschmelze verursachten Hochwässer nehmen grĂśĂere AusmaĂe an. In NiederĂśsterreich mĂźssen wegen eines Dammbruchs der March 2.100 Einwohner DĂźrnkruts evakuiert werden. In Ungarn sind weite Gebiete an der Donau Ăźberschwemmt, von der slowakischen Grenze Ăźber das Donauknie bis zur Hauptstadt Budapest.
⢠Sachsen/Deutschland: Das Hochwasser der Elbe (Wasserstand 6 Meter hĂśher als normal) steigt pro Halbtag um 10 bis 20 Zentimeter. In Dresden werden 1.500 Menschen evakuiert, in die Senke des Stadtteils Gohlis schwappt die Elbe Ăźber den Deich. FĂźr weitere 130 Kilometer Dämme in Sachsen sieht Umweltminister Stanislaw Tillich (CDU) noch keine Gefahr. Die Abdichtung ist aber schwierig, weil die Schutzwälle gefroren waren und nun auftauen. In Pirna, Schona, MeiĂen und im Kreis Torgau bleibt die Lage kritisch, wird aber das AusmaĂ der Jahrhundertflut von 2002 nicht erreichen. Rund 100 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Der Deich um den Ort Polbitz ist vom Wasser eingeschlossen und kann laut Umweltminister Tillich nicht mehr stabilisiert werden. Auch in Sachsen-Anhalt steigt nun die Flut. In Bayern hingegen entspannt sich die Lage, weil der Regen nachlieĂ.cite-ref-7[7]
⢠Thailand: Im Gefolge der Wahlen wirft die Opposition dem Premierminister Thaksin autoritären Fßhrungsstil und Korruption vor. Politische Kreise befßrchten eine Verfassungskrise, weil das Parlament durch den Wahlboykott beschlussunfähig ist.
⢠Tschechische Republik: Im Hochwasser der Elbe ertranken laut ÄTK bereits sieben Menschen. Bei der nordbĂśhmischen Stadt ĂstĂ nad Labem hat die nach Sachsen strĂśmende Elbe am Abend 8,60 Meter Wasserstand â normal sind 2 Meter. Die Prager Regierung ruft nach einer abendlichen Sondersitzung den Notstand fĂźr den Kreis ĂstĂ nad Labem und sechs weitere Regionen â u. a. den Kreis OlmĂźtz â aus. Der Notstand gilt laut Ministerpräsident JiĹĂ Paroubek zunächst bis zum 10. April.
⢠Vatikanstadt: Nach der Nachtwache fĂźr den vor einem Jahr verstorbenen Papst Johannes Paul II., an der Tausende Christen teilnahmen, wird erneut der Ruf nach Johannesâ rascher Seligsprechung laut. Auch bei Gedenkfeiern in anderen Ländern wird derselbe Wunsch geäuĂert.
⢠Vereinigte Staaten: Im Prozess gegen Zacarias Moussaoui, der wegen terroristischer Aktivitäten angeklagt ist, hält die Jury ein Todesurteil fßr mÜglich.
⢠Wellington/Neuseeland: Wie Premierministerin Helen Clark verkßndet, hat KÜnigin Elizabeth den Richter Anand Satyanand (62) zum Nachfolger von Dame Silvia Cartwright ernannt. Er wird ihr Amt als Generalgouverneur am 4. August 2006 ßbernehmen. Satyanand ist von Fidschi-indischer Abstammung.cite-ref-8[8]
Mittwoch, 5. April 2006
⢠BrĂźssel/Belgien: Der Rat der 25 Finanzminister der Mitgliedstaaten der Europäischen Union kann sich frĂźhmorgens auf den lange verhandelten Budgetrahmen 2007â2013 einigen. Wie der Ratsvorsitzende, Ăsterreichs Finanzminister Karl-Heinz Grasser mitteilt, waren dafĂźr mehrere Kompromissvorschläge erforderlich. Das Europaparlament hatte Ende 2005 (?) den von den Regierungschefs erarbeiteten zwischenstaatlichen Kompromiss abgelehnt und eine Budgetaufstockung um 12 Milliarden Euro gefordert, um Bildungsprogramme (Erasmus, Leonardo) und EU-Verkehrsprojekte stärker zu forcieren. Die nunmehrige Einigung â der das Parlament noch zustimmen muss â sieht 4 Milliarden Aufstockung vor, die aus Notreserven und Umschichtungen kommen. Neben Bildung und vorrangigem Transitverkehr soll auch die gemeinsamen AuĂenpolitik GASP und die WirtschaftsfĂśrderung erhĂśhte Geldmittel erhalten.
⢠Palästinensische Autonomiegebiete: Die Hamas deutet unabsichtlich an, dass sie zu einer ZweistaatenlÜsung bereit ist, womit sie erstmals merkbar die Existenz sowohl Palästinas als auch Israels in Betracht ziehen wßrde.cite-ref-9[9]
⢠Vereinigte Staaten: Jene 5 berĂźhmten Jugendstil-Gemälde des Malers Gustav Klimt (1862â1918), die ein Schiedsgericht im Jänner den in Amerika lebenden Erben zugesprochen hat, sind von Ăśsterreichischen Museen in die USA Ăźberstellt worden, wo sie ab Juni 2006 ausgestellt werden. FĂźr 2â3 der Gemälde (v. a. die âDame in Goldâ, das GanzkĂśrperporträt Adele Bloch-Bauer I von 1907), die fĂźr die Alpenrepublik einen hohen Erinnerungs- und Symbolwert haben, werden noch private Sponsoren fĂźr einen geplanten RĂźckkauf gesucht. Von den erforderlichen 200â300 Mill.⏠(?) ist erst ein Teil zugesagt.cite-ref-10[10]
Donnerstag, 6. April 2006
⢠Karlsruhe/Deutschland: Das seit 1997 besetzte autonome Zentrum Ex-Steffi wird geräumt. Vor zwei Monaten lief der mit der Stadt Karlsruhe ausgehandelte Mietvertrag aus, da die Stadt das Gelände verkaufen will. Verhandlungen ßber alternative Standorte schlugen wiederholt fehl. Am Morgen wurde die Räumung des mittlerweile verbarrikadierten Hauses angeordnet.
⢠Kassel/Deutschland: Halit Yozgat, ein tßrkischstämmiger Betreiber eines InternetcafÊs, wird am helllichten Tag in der Kasseler Innenstadt durch zwei gezielte Pistolenschßsse ermordet. Er ist das neunte Todesopfer der NSU-Mordserie.cite-ref-11[11]
⢠Mitteleuropa: Die Ăberschwemmungen der letzten Tage lassen nach, erstmals seit einer Woche sinkt der Wasserstand der March. In den niederĂśsterreichischen Orten DĂźrnkrut und Stillfried sind aber noch immer hunderte Personen evakuiert.
⢠Washington, D.C./Vereinigte Staaten: Das bilaterale Abkommen mit Indien Ăźber die zivile Nutzung der Atomkraft, das im März abgeschlossen wurde, wird im US-Kongress heftig diskutiert. AuĂenministerin Rice nennt Indien einen verlässlichen Partner, der nicht mit Iran oder Nordkorea verglichen werden dĂźrfe.
Freitag, 7. April 2006
⢠BrĂźssel/Belgien: Nach gestriger Ermahnung an die radikal-islamische Hamas-Regierung kĂźndigt AuĂenkommissarin der Europäischen Union Benita Ferrero-Waldner einen Stopp der Zahlungen an. Das Nahost-Quartett stellt 3 Bedingungen fĂźr jegliche Direktzahlung: Gewaltverzicht, Anerkennung Israels, Respektieren der bisherigen Abkommen der Palästinenser mit Israel.
⢠Wien/Ăsterreich: Die seit langem vorbereitete Konferenz Europäischer Imame und Seelsorger an der Universität Wien wird erĂśffnet. In Interviews konstatieren deutsche Islam-Vertreter wie Ayyub KĂśhler und Hofmann die sinkende Achtung vor Religionen.cite-ref-12[12]
Samstag, 8. April 2006
⢠Minsk/Belarus: Der im März unter zweifelhaften Umständen wiedergewählte Staatspräsident Aljaksandr Lukaschenka wird auf seine dritte Amtszeit vereidigt. Im Vorjahr hatte âder letzte Diktator Europasâ fĂźr diesen Zweck die Verfassung ändern lassen. Inzwischen wirbt sein unterlegener Gegenkandidat Alexander Milinkewitsch diese Woche in Westeuropa um UnterstĂźtzung fĂźr die demokratischen Kräfte, die vor der Wahl massiv behindert wurden. Die EU hat im März beschlossen, Mitarbeitern des belarussischen Regimes die Einreise zu verwehren.
⢠Wien/Ăsterreich: Am Wochenende findet in Ăsterreichs Hauptstadt eine internationale Islamische Konferenz mit Ăźber 100 Imamen und Vertretern der EU statt. Beratungsthemen sind u. a. eine bessere Vernetzung, Integration und Bildung, ferner die Aufstiegschancen moslemischer Frauen, die Meinungsfreiheit (anlässlich der Mohammed-Karikaturen) und die belasteten Beziehungen zu einigen EU-Ländern.cite-ref-13[13]
Sonntag, 9. April 2006
⢠Budapest/Ungarn: Bei der Parlamentswahl wird ein Kopf-an-Kopf Rennen zwischen Regierung (Sozialisten) und Opposition (konservative Fidesz) erwartet. Der zweite Wahldurchgang folgt erst am 23. April, weil das Wahlrecht eine Mischung zwischen Verhältnis- und Mehrheitswahlrecht darstellt.
⢠Rom/Italien: Die zweitägigen Parlamentswahlen beginnen. Dem oppositionellen BĂźndnis LâUnione wird nach dem letzten TV-Duell am 3. April zwischen dem amtierenden Präsidenten des Ministerrats Silvio Berlusconi, der das BĂźndnis Haus der Freiheiten ins Leben rief, und dem Unione-Spitzenkandidaten Romano Prodi der Sieg vorausgesagt. FĂźr einen Erfolg Prodis spricht auĂerdem, dass die Arbeitslosigkeit in Italien hoch ist, die ExporterlĂśse sinken und das Staatsdefizit bei circa 4 % liegt.cite-ref-14[14]
Montag, 10. April 2006
⢠Berlin/Deutschland: Der erst 2005 zum SPD-Parteichef gewählte Matthias Platzeck tritt aus gesundheitlichen Grßnden vom Vorsitz der Partei zurßck. Der kommissarische neue Amtsinhaber ist Kurt Beck.cite-ref-15[15]
⢠Rom/Italien: Bei den italienischen Parlamentswahlen erleidet das ParteienbĂźndnis Haus der Freiheiten des amtierenden Präsidenten des Ministerrats Silvio Berlusconi eine prozentual knappe Niederlage gegen das BĂźndnis LâUnione, das von Romano Prodi angefĂźhrt wird. Prodi ist designierter neuer Regierungschef, denn sein BĂźndnis erhält als Wahlsieger einen Bonus und verfĂźgt in der Folge Ăźber eine komfortable Mehrheit von 63 Sitzen im Abgeordnetenhaus.cite-ref-16[16]
Dienstag, 11. April 2006
⢠Jerusalem/Israel: Interimspremier Ehud Olmert ßbernimmt verfassungsgemäà 100 Tage nach dem Schlaganfall von Ariel Scharon offiziell das Amt des Regierungschefs. Er kßndigt einen Teilrßckzug aus dem Westjordanland an, das unter palästinensischer Selbstverwaltung steht.
⢠Ăsterreich: Die VA-Tech-Hydrogruppe wird an Andritz verkauft, womit die Ăsterreicher wieder zu den weltweit grĂśĂten Erzeugern von Wasserkraft-Turbinen aufschlieĂen. Die EU hatte diesen Teilverkauf gefordert, um einer Fusion von Siemens und VA Tech zustimmen zu kĂśnnen.
⢠Sonnensystem: Die ESA-Raumsonde Venus Express erreicht ihr Ziel, den Orbit des Planeten Venus, und schwenkt in die vorgesehene Umlaufbahn ein.cite-ref-17[17]
⢠StraĂburg/Frankreich: Im Europarat fordern Jean-Claude Juncker und der Vorsitzende des Rats der Europäischen Union Wolfgang SchĂźssel eine bessere Zusammenarbeit des Europarats mit der EU. Juncker äuĂert unter anderem, an der Spitze des Europarats solle kĂźnftig ein bekannter Politiker mit Regierungserfahrung stehen, was als deutliche Kritik an Terry Davis zu verstehen ist.
Mittwoch, 12. April 2006
⢠Natanz/Iran: Trotz der bis Ende April laufenden Frist der Internationalen Atomenergieorganisation nimmt der Iran die Urananreicherung in 164 Zentrifugen der Atomanlage Natanz auf. Voraussichtlich wird der UNO-Sicherheitsrat, wie im März vorgeschlagen, die neue Sachlage beraten und mÜgliche Sanktionen erÜrtern.
⢠Rom/Italien: Die Stimmauszählung der Parlamentswahlen ist abgeschlossen und hat einen 0,1-%-Ăberhang des LinksbĂźndnisses von Romano Prodi ergeben. Es erhält fĂźr diese 25.000 Stimmen die neu eingefĂźhrte âSiegerprämieâ und daher 54 % der Mandate. Im Senat hat die âUnioneâ voraussichtlich 2 Stimmen Mehrheit. Ministerpräsident Berlusconi spricht von Wahlbetrug (in Rom wurden fĂźnf Kisten mit gĂźltigen Wahlzetteln bei MĂźllcontainern gefunden) und ist Ăźberzeugt, dass sich das Wahlergebnis noch zu seinen Gunsten ändern werde. Laut zentraler Wahlkommission sind die 1,1 Millionen Auslandsstimmzettel korrekt, doch werden 82.000 als ungĂźltig gewertete Stimmzettel noch einmal geprĂźft.cite-ref-18[18]
Donnerstag, 13. April 2006
⢠Anatolien/TĂźrkei: Seit die als Terrorgruppe eingestufte Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) 2004 ihre einseitige Waffenruhe aufkĂźndigte, kam es Ăśfters zu Kämpfen, die sich Ende März durch die ErschieĂung von 14 PKK-Kämpfern bei Diyarbakir verschärften und zu einem Aufruhr unter den Kurden fĂźhrten. Seit 3 Wochen kamen 20â30 Zivilisten ums Leben; gegen die Massenkundgebungen patrouillieren nun wieder tĂźrkische Panzer durch die Kurdenstädte im SĂźdosten Anatoliens. Die Unruhen greifen auch auf Istanbul und Izmir Ăźber, wo ebenfalls Millionen Kurden leben.cite-ref-19[19]
⢠Ankara/TĂźrkei: Als Folge kurdischer Anschläge nimmt die Bereitschaft Ankaras zu den von der Europäischen Union geforderten Reformen bezĂźglich Menschenrechten und kulturellen Freiheiten fĂźr die etwa 20 Millionen Kurden ab. Der tĂźrkische Nationalismus gewinnt seit Beginn der Beitrittsverhandlungen im Oktober 2005 an Zustimmung. Auf entsprechende Kritik von Erweiterungskommissar Olli Rehn antwortet AuĂenminister Abdullah GĂźl, dass der Reformprozess keineswegs stillstehe und neue Regelungen bevorstĂźnden. Sie enthalten laut GĂźl mehr Rechte fĂźr nicht-moslemische Glaubensgemeinschaften und beschränken die Macht der Armee. Mehr Rechte fĂźr die Kurden sind allerdings nicht vorgesehen, ebenso wenig ein politischer Dialog. Die Regierung Erdogan lehnt jede Amnestie und auch Verhandlungen mit KurdenfĂźhrern ab, die der PKK nahestehen.
⢠NâDjamena/Tschad: Im nordafrikanischen Staat greifen Rebellen die Hauptstadt NâDjamena an, werden aber von Regierungstruppen zurĂźckgeschlagen. Laut Präsident Idriss DĂŠby (Radio France Internationale) sei die Lage âunter Kontrolleâ, die Kämpfer der FUC (Vereinte Front fĂźr den Wechsel) wären aufgerieben. Die FUC will den Präsidenten stĂźrzen, der seit seinem Putsch 1990 an der Macht ist. Kämpfe gibt es laut humanitären Organisationen auch 800 Kilometer Ăśstlicher in Adre, einer Stadt an der Grenze zum Sudan. Die 1.200 franzĂśsischen Soldaten sind in Alarmbereitschaft; Hubschrauber und Mirage F1-Kampfjets Ăźberfliegen die Hauptstadt. Frankreich stĂźtzt den tschadischen Präsidenten (noch); gestern trafen weitere 150 Soldaten aus Gabun zur Verstärkung in NâDjamena ein.
⢠Teheran/Iran: Im Atomstreit sucht der Leiter der Internationalen AtomenergiebehÜrde (IAEO) Mohammed el-Baradei das Gespräch mit der iranischen Regierung. Nach dem Treffen mit Chefunterhändler Ali Laridschani sind weitere mit Ministern und Vizepräsident Gholam-Resa Aghasadeh vorgesehen. Staatspräsident Ahmadineschad weilt in Chorassan im Nordwesten der Republik, lässt aber die Nachrichtenagentur Fars verbreiten: Iran ziehe Verhandlungen vor, werde aber die gestern begonnene Urananreicherung niemals aufgeben. Genau das fordert die IAEO und nun auch der Weltsicherheitsrat, der annimmt, dass Irans Regierung unter dem Deckmantel ziviler Kernenergie Atombomben entwickeln will.cite-ref-20[20]
Samstag, 15. April 2006
⢠Afghanistan: In einem Feuergefecht werden 41 Taliban-Rebellen getÜtet, die afghanische Polizei verliert sechs Männer.
⢠Jammu und Kashmir/Indien: Die Polizei verhaftet 9 Verdächtige (vermutliche Mitglieder der Jaish-e Mohammed) in Zusammenhang mit dem Granaten-Ăberfall auf Srinagar, der 5 Tote und 40 Verletzte verursachte.cite-ref-21[21]
⢠Java/Indonesien: Auf der indonesischen Hauptinsel stoĂen zwei ZĂźge zusammen, was mindestens 13 Tote und 26 Verletzte fordert.cite-ref-22[22]
⢠Sßdosteuropa: Das im Unterlauf der Donau herrschende Hochwasser erreicht nach ersten Analysen das Ausmaà eines Jahrhunderthochwassers.cite-ref-23[23]
⢠Vereinigte Staaten: Ebenso wie die EU stellen nun auch die Vereinigten Staaten die Zahlungen an die in den Palästinensischen Autonomiegebieten regierende Hamas ein, weil diese eine Anerkennung Israels ablehnt. Bei einer islamischen Tagung in Teheran wurde der Kampf gegen Israel von einem hohen Hamas-Vertreter als wichtiges Ziel bestätigt, und Irans Präsident Mahmud Ahmadineschad rief erneut zur ZerstÜrung Israels auf. Das US-Finanzministerium hat den Handel mit Gaza und Westjordanland untersagt, wenn nicht spezielle Genehmigungen vorliegen.
Sonntag, 16. April 2006
⢠Dublin/Irland: In der irischen Hauptstadt hält das Militär seine erste Parade seit 1970 ab. Es erinnert damit an den Osteraufstand von 1916. Ministerpräsident Bertie Ahern legt einen Kranz in Kilmainham Jail nieder, wo die meisten Aufständischen erschossen wurden.cite-ref-24[24]
⢠Peking/China: Der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas (KPC) Hu Jintao trifft sich mit Lien Chan, dem Ehrenvorsitzenden der Kuomintang-Abgeordneten in Taiwan. Hu stellt â15 Favourable Policiesâ fĂźr die politischen Kontakte zwischen beiden Ländern vor. Am Vortag erläuterte er auf einem Wirtschaftsforum den âZusammenhang von Frieden und Prosperitätâ. Hu empfing Lien erstmals im Jahr 2005. Damals wurde Lien als âEisbrecherâ bezeichnet, der die 60 Jahre währende Gesprächsverweigerung der KPC terminierte.cite-ref-25[25]
⢠Vatikanstadt: Papst Benedikt XVI. fordert in seiner Osterbotschaft eine âfĂźr alle ehrenvolle Schlichtungâ im Atomstreit der westlichen Welt mit dem Iran und ruft die âinternationale Gemeinschaftâ zu Hilfen fĂźr das palästinensische Volk auf, damit es einen âwirklichen Staatâ aufbauen kĂśnne.
Montag, 17. April 2006
⢠Bern/Schweiz: Der FC Sion gewinnt im Stade de Suisse das Final um den Schweizer Cup im Fussball mit 6:4 nach ElfmeterschieĂen gegen den Berner SC Young Boys.cite-ref-26[26]
⢠Nepal: Ein von der Opposition ausgerufener Generalstreik gegen den seit 2005 absolut regierenden KÜnig Gyanendra geht in seinen 12. Tag. Nahrungsmittelknappheit und Panikkäufe nehmen ßberhand. In Nijgadh (75 km sßdlich von Kathmandu) kam ein Demonstrant um, 5 weitere wurden verletzt. Schon vorgestern kulminierten die von den maoistischen Rebellen unterstßtzten Unruhen in landesweiten Demonstrationen von Tausenden Nepalesen.cite-ref-27[27]cite-ref-28[28]
⢠Tel Aviv/Israel: Beim Selbstmordattentat des Palästinensers Sami Hammad an einer Busstation im Sßden Tel Avivs sterben neben dem Täter neun Zivilisten und 70 weitere werden verletzt. Die Terrorgruppe Islamischer Dschihad ßbernimmt die Verantwortung fßr den Anschlag.cite-ref-29[29]
Dienstag, 18. April 2006
⢠Hanoi/Vietnam: Die Kommunistische Partei Vietnams erÜffnet ihren 10. Nationalkongress, der vom Korruptions-Skandal PMU-18 ßberschattet wird.cite-ref-30[30]
⢠Lod/Israel: Einem aus Moskau kommendes El-Al-Flugzeug gelingt trotz eines Fehlers am Fahrwerk eine perfekte Notlandung auf dem Ben-Gurion-Flughafen.cite-ref-31[31]
⢠London/Vereinigtes KĂśnigreich: Nach einer Reuters-Meldung ist die weltgrĂśĂte BĂśrse NYSE in New York, Vereinigte Staaten, an einer Fusion mit der London Stock Exchange interessiert. Eine Vereinigung wĂźrde zu einer starken Vorherrschaft am Weltpapiermarkt fĂźhren. Die Londoner LSE ist schon seit 2000 mit der Deutschen BĂśrse im Gespräch und hatte Ende März 2006 ein Angebot der amerikanischen Nasdaq als feindlich und zu niedrig abgelehnt. Analysten hielten zuletzt ein konkretes NYSE-Gebot fĂźr eine europäische GroĂbĂśrse fĂźr unwahrscheinlich, weil sie noch mit der Integration der Chicagoer ComputerbĂśrse Archipelago beschäftigt sei.cite-ref-32[32]cite-ref-33[33]
⢠Mitteleuropa, SĂźdosteuropa: Entlang des Unterlaufs der Donau herrscht das gewaltigste Hochwasser seit Ăźber 100 Jahren. Tausende Nothelfer im besonders betroffenen Rumänien, aber auch in Bulgarien sowie Serbien und Montenegro arbeiten an Abdichtungen der Dämme. Wegen DammbrĂźchen beim sĂźdrumänischen BistreČ mĂźssen tausende Personen ihre Häuser verlassen; sieben DĂśrfer stehen unter Wasser. In Ungarn Ăźberschwemmt die TheiĂ noch immer tiefliegende Teile Pannoniens. Zum Hochwasser trägt die geologische Einheitlichkeit des mittleren Donaugebietes zwischen der Slowakei und dem Balkangebirge bei. Hingegen kĂśnnen nun an der March, wo zwischen 2. und 10. April bei DĂźrnkrut (Ostgrenze Ăsterreichs) 2000 Evakuierungen nĂśtig waren, die Aufräumungsarbeiten beginnen.cite-ref-34[34]
⢠Redmond/Vereinigte Staaten: Chinas Staatspräsident Hu Jintao startet seinen ersten Besuch der USA mit einem Rundgang beim Soft- und Hardwarehersteller Microsoft Corporation im WestkĂźsten-Staat Washington. Das Protokoll der Gastgeber vermeidet den Begriff âStaatsbesuchâ, mutmaĂlich wegen der starken Verbreitung von illegal kopierter Software in China.cite-ref-35[35]
⢠San Francisco/Vereinigte Staaten: San Francisco gedenkt des groĂen Erdbebens von 1906. Die Gedenkfeiern werden bis Jahresende dauern.cite-ref-36[36]
Mittwoch, 19. April 2006
⢠Honiara/Salomonen: Mehrere hundert Randalierer protestieren in der Hauptstadt Honiara gegen die Wahl von Snyder Rini zum neuen Regierungschef des SĂźdsee-Staates. Durch SteinwĂźrfe werden 6 Polizisten verletzt â vermutlich aus dem 280-Mann-Kontingent, das 2003 von Australien und Neuseeland hier stationiert wurde, um die jahrelange Gewalt zwischen rivalisierenden Gruppen zu beenden. Die Inselgruppe liegt 4000 km nordĂśstlich von Neuseelands Hauptstadt Wellington. Ein Teil Chinatowns brennt, Touristen werden aus dem frĂźheren Urlaubsparadies ausgeflogen, in dem 2.000 Aufständische Schrecken verbreiten. Mit australischer Hilfe soll nun die Lage beruhigt werden.cite-ref-39[39]
⢠Rom/Italien: Der Oberste Gerichtshof weist die Beschwerde von Ministerpräsident Silvio Berlusconi Ăźber UnregelmäĂigkeiten bei Wahlkommissionen anlässlich der vergangenen Parlamentswahl zurĂźck, womit der knappe Sieg des Mitte-links-BĂźndnisses âSiegerprämieâ von Romano Prodi indirekt bestätigt ist. Sein Vorsprung gegenĂźber der Mitte-rechts-Koalition beträgt nur 24.000 Stimmen beziehungsÂweise 0,06 % der Stimmen.cite-ref-40[40]
⢠Japan: Das Glasherstellungsunternehmen Nippon Sheet Glass Co. ßbernimmt das britische Unternehmen Pilkington.
Donnerstag, 20. April 2006
⢠China: Nach Meldungen von Amnesty International werden vom KP-Regime jährlich etwa 1.800 Todesurteile vollstreckt, darunter auch an Jugendlichen, was AI besonders kritisiert. An zweiter Stelle liegt der Iran mit 94 Todesurteilen, es folgen Saudi-Arabien und die USA.
⢠London/Vereinigtes KĂśnigreich: Der ErdĂślpreis steigt auf das Rekordhoch von 73,4 $ am Londoner Markt â vermutlich durch Spekulation wegen zu geringer US-Reserven und den Energieverbrauch Chinas, auch der Atomstreit USA-Iran dĂźrfte eine Rolle spielen. Der Verband europäischer MineralĂślkonzerne rechnet mittelfristig mit einem Absinken auf rund 40 Dollar innert 1â2 Jahren.
⢠Ăsterreich: Die SchĂźlertests fĂźr eine neue PISA-Studie Ăźber Kenntnisse in den Naturwissenschaften beginnen, in selbigen fielen Ăsterreich und Deutschland 2005 auf Platz 15 beziehungsweise 19 zurĂźck. Die in Ăźber 50 Ländern geplante Studie soll Ende 2007 vorliegen.
⢠Vereinigte Staaten: Der seit 2003 als Chinas Staatspräsident amtierende Hu Jintao wird heute von Präsident George W. Bush empfangen. Auf seinem ersten US-Besuch traf er vorgestern in Seattle an der Pazifikkßste ein.
Freitag, 21. April 2006
⢠London/Vereinigtes KĂśnigreich: Der 80. Geburtstag der britischen KĂśnigin Elisabeth II. wird landesweit und im Commonwealth von Millionen Menschen gefeiert; er klingt in London mit einem groĂen Feuerwerk und einem Dinner im Kreis der kĂśniglichen Familie aus.
⢠Stralsund/Deutschland: Bundeskanzlerin Angela Merkel empfängt den schwedischen Regierungschef GÜran Persson. Bei einem Empfang in Stralsund wßrdigt sie die Erfolge der schwedischen Reformpolitik und verweist auf die Energiepolitik, die Gestaltung der Sozialsysteme und die gleichzeitige Rßcksicht auf die Umwelt. Persson betont die Entwicklungspotenziale in der Ostseeregion, die eine der stärksten in Europa werden kÜnne.
Samstag, 22. April 2006
⢠Bagdad/Irak: Nach dem RĂźcktritt des bisherigen Regierungschefs Ibrahim al-Dschafari, dessen Regierungsverhandlungen seit Wochen zunehmend blockiert wurden, wird nun der Schiiten-Politiker Nuri al-Maliki vom Staatspräsidenten mit der Regierungsbildung beauftragt. Der Präsident â der Kurde Dschalal Talabani â war selbst erst kurz zuvor vom Parlament im Amt bestätigt worden. Da die erhoffte âRegierung der nationalen Einheitâ nicht am Prinzip, sondern der Person Dschaafari gescheitert war, ging man mit Maliki auf die Nummer 2 der Islamischen Dawa-Partei Ăźber. Malikis Regierung will vor allem gegen Terrorismus und Korruption vorgehen. Das Parlament stimmte mit 198 von 275 Stimmen dem neuen Staatspräsidium zu: neben Talabani der Schiit Adil Abd al-Mahdi (Irakische Allianz) und der Sunnit Tarek el Haschemi. Die drei Politiker wurden unter dem Beifall der Abgeordneten umgehend vereidigt.cite-ref-41[41]cite-ref-42[42]
⢠Kathmandu/Nepal: Trotz des Ausgangsverbots gehen die Demonstrationen gegen KÜnig Gyanendra weiter und fordern rund 150 Verletzte. Nun gerät auch die Monarchie selbst in Kritik. Der seit Februar 2005 absolut regierende KÜnig macht erste Zugeständnisse und bietet 7 Oppositionsparteien an, einen Ministerpräsidenten vorzuschlagen. Diesen geht das jedoch nicht weit genug; sie fordert eine neue Verfassung, die die Macht des KÜnigs einschränken soll. Laut dem frßheren Ministerpräsidenten Girija Prasad Koirala sei Gyanendras Erklärung bedeutungslos.cite-ref-43[43]
⢠Mannheim/Deutschland: Der ukrainische Box-Profi Wladimir Klitschko bezwingt den SchwergewichtsÂweltmeister der International Boxing Federation Chris Byrd aus den Vereinigten Staaten in der siebten Runde durch technischen K. o. und ist nach circa dreijähriger Unterbrechung wieder Weltmeister eines groĂen Verbands. Zugleich erobert er mit seinem 46. Sieg im 49. Profi-Kampf den WM-Titel der International Boxing Organization, eines kleineren Verbands.cite-ref-44[44]cite-ref-45[45]
Sonntag, 23. April 2006
⢠Budapest/Ungarn: Nach Auszählung fast aller Stimmen des 2. Durchgangs der Parlamentswahl steht der Wahlsieg der sozialliberalen Koalition von Ministerpräsident Ferenc GyurcsĂĄny fest (beim 1. Durchgang vor 2 Wochen war ihr Vorsprung noch gering). Damit ist erstmals seit dem Fall des Kommunismus eine ungarische Regierung wiedergewählt worden. Sozialisten und Liberale schlossen ihr WahlbĂźndnis schon vor der zweiten Wahlrunde â die das Mischsystem zwischen Verhältnis- und Mehrheitswahlrecht erfordert â und kĂźndigten eine Fortsetzung der Koalition an. Gyurcsanys Gegenspieler Viktor OrbĂĄn gratulierte dem Wahlsieger.
⢠Hannover/Deutschland: Die Bundesrepublik und Indien wollen ihre Beziehungen in der Energiepolitik intensivieren. Kanzlerin Angela Merkel erklärt nach einem Treffen mit Indiens Premier Manmohan Singh, dass auch eine stärkere Kooperation im Bereich der zivilen Kernenergie mÜglich sei. Singh und Merkel betonten im Vorfeld der Hannover Messe die Bedeutung der deutsch-indischen Handelsbeziehungen. Zur mÜglichen Anerkennung Indiens als Atommacht sagt Merkel, die Bundesregierung wolle zunächst die Entwicklung in den USA abwarten.
Montag, 24. April 2006
⢠Dahab/Ăgypten: Eine Terrorserie im Badeort Dahab auf der Sinai-Halbinsel fordert nach Angaben aus Kairo 22 Tote und 87 Verletzte. Unter letzteren seien 29 Ausländer, darunter zwei deutsche Urlauber. Auf einer Strandpromenade des Urlaubsortes waren am Abend kurz hintereinander drei Bomben explodiert. Konsularbeamte der deutschen und Ăśsterreichischen Botschaft sind vor Ort.cite-ref-46[46]
⢠Kathmandu/Nepal: Nach vielen Demonstrationen und einem Generalstreik stimmt der autoritär regierende KĂśnig Gyanendra einer Hauptforderung der Opposition zu, das 2002 aufgelĂśste Parlament wieder einzusetzen. In einer Rede an die Nation kĂźndigt er an, das Parlament werde diesen Freitag zusammentreten. Eine Reaktion der oppositionellen Allianz steht noch aus; sie hatte fĂźr morgen die grĂśĂte Massendemonstration seit Beginn der Proteste angekĂźndigt.cite-ref-47[47]
⢠Teheran/Iran: Präsident Mahmud Ahmadineschad erklärt 4 Tage vor Ablauf einer Frist des Weltsicherheitsrates, der Iran werde die Urananreicherung weiterfßhren. Wir sind bereits ein Atomstaat, aber wir werden unsere Atomtechnologie nur fßr friedliche Zwecke nutzen, sagte Ahmadineschad in Teheran. Der von Moskau vorgeschlagene Kompromiss, die iranische Urananreicherung nach Russland zu verlegen, stehe derzeit nicht zur Debatte.cite-ref-48[48]
Dienstag, 25. April 2006
⢠Ăgypten: Zu den blutigen Bombenanschlägen im Badeort Dahab (Sinai) gibt es noch keine heiĂe Spur, doch nahm die Polizei bislang 10 Verdächtige fest. Die 3 Explosionen tĂśteten mindestens 22 Menschen, darunter einen Zehnjährigen aus Baden-WĂźrttemberg. Die Tat lĂśste weltweit Abscheu aus. Kanzlerin Angela Merkel nennt die Anschläge ein âmenschenverachtendes Verbrechenâ, Präsident George W. Bush eine âabscheuliche Tatâ.cite-ref-49[49]
⢠Kairo/Ăgypten: Mit einer Videobotschaft an die Muslime und US-Präsident George W. Bush meldet sich erstmals der AnfĂźhrer der Al-Qaida-Terroristen im Irak Abu Musab az-Zarqawi zu Wort. Der Jordanier meint, Bush hätte das ÂŤWaffenstillstandsangebotÂť von Osama bin Laden annehmen sollen; seine Arroganz habe ihn daran gehindert. Sarkawis Gruppe hat sich zu einigen der grausamsten Anschläge und EntfĂźhrungen im Irak bekannt. An der Authentizität des Videobandes bestehen kaum Zweifel.cite-ref-50[50]
⢠Paris/Frankreich: Der franzĂśsische Weltklasse-FuĂballer ZinĂŠdine Zidane (33) kĂźndigt in einem TV-Interview an, seine Profi-Karriere nach der WM in Deutschland zu beenden. Diesmal sei seine Entscheidung ÂŤdefinitivÂť. Zidane steht beim spanischen Rekordmeister Real Madrid noch bis Sommer 2007 unter Vertrag.cite-ref-51[51]
⢠Potsdam/Deutschland: Bundeskanzlerin Angela Merkel setzt sich fĂźr die Beteiligung der Väter an der Kinderbetreuung ein: âWir mĂźssen einen Weg finden, wo wir nicht bestrafen, aber wo man sehr wohl einen Bonus geben kann.âcite-ref-52[52]
Mittwoch, 26. April 2006
⢠Kairo/Ăgypten: Zwei Tage nach den Terroranschlägen in dem ägyptischen Touristenort Dahab sprengen sich auf der Sinai-Halbinsel erneut zwei Selbstmordattentäter in die Luft. Diesmal gelten die Attentate Polizisten und AngehĂśrigen der Multinationalen Truppen. AuĂer den Attentätern kam laut Innenministerium niemand zu Schaden.cite-ref-53[53]
⢠Karlsruhe/Deutschland: Im Streit um Milliarden-Zuschßsse des Bundes fßr das Land Berlin hält das Bundesverfassungsgericht eine Neuordnung der gesamten Finanzverteilung in Deutschland fßr mÜglich. Mehrere Richter machen deutlich, es gehe nicht allein um die FinanznÜte der Hauptstadt, sondern um ein Verteilungsproblem, und fordert die Bundesregierung zu klaren Anweisungen auf. Die mit 60 Milliarden Euro verschuldete Hauptstadt will in Karlsruhe hÜhere Bundeshilfen einklagen. Das Urteil wird erst in einigen Monaten verkßndet.cite-ref-54[54]
⢠Kiew/Ukraine: Mit Gottesdiensten und Schweigeminuten gedenken zehntausende Menschen der Atomreaktor-Katastrophe von Tschernobyl vor 20 Jahren. Am Ort der TragĂśdie erinnert der ukrainische Präsident Wiktor Juschtschenko an das Schicksal unzähliger Strahlenopfer. Trauernde AngehĂśrige bringen Blumen zu den Gedenkstätten. In der belarussischen Hauptstadt Minsk protestieren etwa 10.000 Menschen beim traditionellen Tschernobyl-Marsch auch gegen Staatspräsident Aljaksandr Lukaschenka. Einige Untersuchungen des Reaktorunfalls 1986 prangern den leichtfertigen Einsatz von Soldaten zu Aufräumungsarbeiten an. Sie waren groĂteils ungeschĂźtzt und wurden später nicht systematisch untersucht. Man vermutet tausende Tote, die in keiner Statistik aufscheinen.cite-ref-55[55]
⢠Potsdam/Deutschland: Brandenburgs Innenminister JĂśrg SchĂśnbohm (CDU) erklärt den Streit mit Generalbundesanwalt Kay Nehm Ăźber die Ermittlungen zum Potsdamer Ăberfall auf einen dunkelhäutigen Deutschen fĂźr beendet. Beide hätten am Dienstag miteinander telefoniert, sagte SchĂśnbohm am Mittwoch vor Journalisten. âDas Thema ist durch.â SchĂśnbohm hatte Nehm vorgeworfen, den Fall Ăźbereilt an sich gezogen zu haben. Aus Sicht des CDU-Politikers gibt es keine Koalitionskrise mit der SPD, allerdings mĂźssten sich die Umgangsformen ändern.cite-ref-56[56]
⢠Teheran/Iran: Irans oberster FĂźhrer, Ajatollah Seyyed AlÄŤ ChÄmene'ÄŤ, droht den USA im Falle eines Angriffs mit massiver Vergeltung. ÂŤSie bekommen jeden Schlag, den sie uns zufĂźgen, doppelt zurĂźckÂť, sagt ChÄmene'ÄŤ im iranischen Fernsehen. Ăbermorgen läuft das Ultimatum des UN-Sicherheitsrates an Iran ab, die umstrittene Urananreicherung einzustellen. Ein Gespräch einer hochrangigen iranischen Delegation mit der IAEO in Wien endet ergebnislos.cite-ref-57[57]
⢠Tomsk/Russland: Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzlerin Angela Merkel wollen die deutsch-russischen Beziehungen weiter vertiefen. Bei der ErÜffnung der 8. deutsch-russischen Regierungskonsultationen kßndigt Merkel an, beim Treffen wßrden zahlreiche Wirtschaftsverträge abgeschlossen. Bei den Themen Energie, Wirtschaft und Finanzen gibt es schon nach dem ersten Gespräch ein positives Fazit. Strittig sind der iranische Atomkonflikt und der Nahe Osten.cite-ref-58[58]
Donnerstag, 27. April 2006
⢠Berlin/Deutschland: Die Institute fßr Wirtschaftsforschung prognostizieren, dass die deutsche Wirtschaft 2006 um 1,8 % wachsen werde. Dies wäre das stärkste Wachstum seit sechs Jahren. Als Grßnde werden Export, Inlandsnachfrage, Investitionen, niedrige Zinsen und die seit dem Regierungswechsel positivere Stimmung genannt. Um die Konjunktur 2007 nicht zu dämpfen, schlagen die Experten vor, die geplante ErhÜhung der Umsatzsteuer in zwei Stufen vorzunehmen.
⢠Frankfurt (Oder)/Deutschland: Die Mutter der neun toten Babys von Brieskow-Finkenheerd in Brandenburg verweigert zu Prozessbeginn die Aussage. Die Anklage wegen Totschlags geht davon aus, dass die Frau die Geburten von 8 Kindern verheimlicht hat, um sie sofort zu tÜten. Das Urteil wird Ende Mai erwartet.
⢠Kathmandu/Nepal: In Nepal schreitet die Demokratisierung voran: KĂśnig Gyanendra ernannte am Abend den 82-jährigen Girija Prasad Koirala offiziell zum neuen Ministerpräsidenten. Morgen soll das vom KĂśnig nach wochenlangen StraĂenprotesten wieder eingesetzte Parlament zu seiner ersten Sitzung zusammenkommen. Die maoistischen Rebellen verkĂźndeten unterdessen eine einseitige Waffenruhe. Sie solle fĂźr drei Monate gelten und trete sofort in Kraft, hieĂ es in einer Erklärung der Rebellen.cite-ref-59[59]
⢠Nasiriya/Irak: Bei einem Bombenanschlag auf einen ausländischen Truppenkonvoi in Nasiriya werden vier Soldaten getĂśtet und viele Menschen verletzt. Die Todesopfer sind drei Italiener und ein Rumäne. Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi äuĂert sich bestĂźrzt.
⢠New York/Vereinigte Staaten: Viereinhalb Jahre nach den Terroranschlägen beginnt der Neubau des World Trade Centers. Im Jahr 2012 wird der Freedom Tower (541 Meter) das hÜchste Gebäude der USA sein, doch ist das Interesse privater Unternehmen an der Miete von Bßros noch gering.cite-ref-60[60]
⢠Rßgen/Deutschland: Auf der Ostseeinsel sind zweieinhalb Monate nach Ausbruch der Vogelgrippe H5N1 alle Sperrbezirke aufgehoben worden und alle Strandabschnitte wieder betretbar. Hinsichtlich der Stallpflicht strebt Landwirtschaftsminister Horst Seehofer eine unbefristete Verlängerung an. Sie bringt allerdings laut Zßchterverband manche Geflßgelhalter in Existenznot, weshalb Beihilfen fßr Gänsehalter angedacht werden.cite-ref-61[61]
⢠Tomsk/Russland: Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnen die deutsch-russischen Beratungen als âoffen und intensivâ. Trotz Differenzen in der AuĂenpolitik werde man die bilaterale Zusammenarbeit weiter vertiefen und â z. B. im Atomstreit mit Iran- international abstimmen. Russland strebt westliche Investitionen und Sicherheit fĂźr seine Energieexporte an, Deutschlands Energiekonzern E.ON bietet ein 49-Prozent-Konsortium am GasfĂśrderprojekt Juschno-Russkoje an.cite-ref-62[62]
⢠Belarus: Oppositionsfßhrer Alexander Milinkewitsch wird wegen Teilnahme an einer nicht genehmigten Kundgebung zu 15 Tagen Haft verurteilt, kßndigt aber Berufung an. An der gestrigen Tschernobyl-Gedenkveranstaltung hatte er vor 10.000 Anhängern zu einem demokratischen Machtwechsel aufgerufen. Die EU reagiert empÜrt auf die Verhaftungswelle gegen Oppositionelle.cite-ref-63[63]
⢠WeiĂwasser/Deutschland: Bundespräsident Horst KĂśhler sieht Defizite bei der Integration von Ausländern. Das Thema sei zu lange verschlafen worden, sagt KĂśhler bei einem Besuch in Sachsen. Manche meinten wohl, es regele sich von allein. In Deutschland lebende Ausländer sollten sich zu Traditionen und Werten der Bundesrepublik bekennen; zugleich sollte man andere Kulturen und Hautfarben nicht als etwas Fremdes und Feindliches ansehen.cite-ref-64[64]
Freitag, 28. April 2006
⢠Trikala/Griechenland: In einem Gefängnis im zentralgriechischen Trikala erzwingen die Häftlinge durch âRandaleâ eine Verbesserung ihrer Haftbedingungen.
Samstag, 29. April 2006
⢠Berlin/Deutschland: Im Endspiel des DFB-Pokals der Herren im Olympiastadion Berlin gewinnt der FC Bayern Mßnchen 1:0 gegen Eintracht Frankfurt.cite-ref-65[65]
⢠Berlin/Deutschland: Oliver Bierhoff verlängert seinen Vertrag als Teammanager der deutschen FuĂballnationalmannschaft der Herren bis 2010.cite-ref-66[66]
⢠New York/Vereinigte Staaten: Mehr als 300.000 Menschen demonstrieren nach Angaben des Veranstalters gegen den Irakkrieg, gegen ein militärisches Vorgehen gegen den Iran und fĂźr den Abzug der Streitkräfte der Vereinigten Staaten aus Vorderasien. Die Polizei spricht von einer âviel geringeren Zahlâ an Teilnehmern.cite-ref-67[67]
Sonntag, 30. April 2006
⢠Les Crosets/Schweiz: Die Schweizer Ex-Skirennfahrerin Corinne Rey-Bellet und ihr Bruder Alain werden gewaltsam getÜtet.
Siehe auch
⢠Nekrolog April 2006 fßr Todesfälle in diesem Monat
⢠Kategorie fßr Gedenk-, Feier- oder Aktionstage im April
Weblinks
Commons
: April 2006
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikinews: VerĂśffentlichte Artikel im April 2006
â Nachricht
Einzelnachweise
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